08. Oktober 2026
Kunst, Begegnung und Zusammenhalt am Rhein - 7. Skulpturen-Triennale Bingen endet nach fünf Monaten mit großer Resonanz und richtet den Blick auf 2029
Nach fünf Monaten Kunst im öffentlichen Raum ist die 7. Skulpturen-Triennale Bingen 2026 erfolgreich zu Ende gegangen. Seit ihrer Eröffnung am 16. Mai 2026 waren am Binger Kulturufer, in der Innenstadt, in der Basilika St. Martin und in der Kapuzinerkirche St. Laurentius insgesamt 24 Stationen zu erleben. Unter dem Leitmotiv VERBINDUNG UND ZUSAMMENHALT wurde Bingen zu einem offenen Ausstellungsraum, der Kunst, Alltag und Begegnung miteinander verband.
Gezeigt wurden Arbeiten von 20 national und international renommierten Künstlerinnen und Künstlern – ergänzt durch zwei Förderkünstlerinnen und einen Förderkünstler aus der Region. Viele Werke traten unmittelbar in Beziehung zur Stadt und zu ihren Besucherinnen und Besuchern: Max Brücks Skulptur wurde zum Treffpunkt, Lena Marie Emrichs „Gossip Chairs“ luden zum Gespräch ein, und Haleh Redjaians Installation in der Kapuzinerkirche St. Laurentius wurde durch die von Bürgerinnen und Bürgern beschriebenen „Gedankenzettel“ zu einem vielstimmigen Ort der Teilhabe.
Für die Kuratorin Sara Bernshausen und den Kurator Lutz Driever lag genau darin die besondere Stärke des Ausstellungskonzepts: Kunst schafft Räume für gesellschaftliche Themen, eröffnet Dialoge und bringt Menschen zusammen. Die Triennale knüpfte Verbindungen, schuf Begegnungen und machte Zusammenhalt im öffentlichen Raum sichtbar.
Die Ausstellung setzte bewusst außerhalb musealer Räume an. Über Monate hinweg wurde das Kulturufer zu einem Resonanzraum zeitgenössischer Skulptur – an einem Ort, an dem Menschen spazieren, verweilen, sich begegnen und miteinander ins Gespräch kommen. So wurde Kunst niedrigschwellig erfahrbar und Teil des städtischen Lebens.
Auch bei der Eröffnung wurde die besondere Bedeutung der Triennale für Bingen und die Region hervorgehoben. Oberbürgermeister Thomas Feser und Kulturstaatssekretär Prof. Dr. Jürgen Hardeck würdigten das langjährige Engagement der Gerda und Kuno Pieroth Stiftung und betonten die Triennale als offenen Zugang zu Kultur, als Ort des Dialogs und als kulturellen Ankerpunkt mit überregionaler Ausstrahlung.
Ein besonderer Schwerpunkt der diesjährigen Ausgabe war der Auftakt eines neuen Förderprogramms der Gerda und Kuno Pieroth Stiftung, ermöglicht durch eine gezielte private Spende. Emilia Neumann, Max Brück und BA Sela entwickelten neue Arbeiten mit direktem Bezug zu Bingen und zum Thema der Triennale. Das Programm verbindet etablierte internationale Positionen – darunter VALIE EXPORT und Michael Sailstorfer – mit jungen künstlerischen Stimmen und ist bereits auf die kommende Ausgabe im Jahr 2029 angelegt.
Wichtige Impulse setzte außerdem die Kooperation mit der Kunsthochschule Mainz, Klasse Prof. Maximiliane Baumgartner und Gäste. Unter dem Titel „mein kann dein sein“ entstanden sieben partizipative Tauschaktionen mit den Besucherinnen und Besuchern. Verlorenes wurde gegen Gefundenes, Rheinblicke gegen andere Perspektiven, Landschaft gegen Interior oder Oberfläche gegen Oberfläche getauscht. Im Verlauf der Ausstellung wuchs daraus ein assoziatives Archiv über Bingen und seine Umgebung.
Mit Schloss Balmoral in Bad Ems gewann die Triennale einen weiteren starken Kooperationspartner. Der Balmoral-Stipendiat Sasha Kurnaz war mit einem eigenen Kunstwerk am Binger Rheinufer vertreten und erweiterte den Dialog zwischen regionaler Kunstlandschaft und international ausgerichteter Förderung. Die Veranstaltung „Salon radikal freundlich“ an den „Gossip Chairs“ von Lena Marie Emrich machte diesen Austausch unmittelbar erlebbar – als offenes Gesprächsformat über Kunst, Öffentlichkeit und ein respektvolles Miteinander im Stadtraum.
Das vielfältige Vermittlungs- und Begleitprogramm machte die Triennale für ein breites Publikum zugänglich. Führungen sowie die Jungen Kunstvermittlerinnen und Kunstvermittler – Schülerinnen und Schüler Binger Schulen – ermöglichten an den Wochenenden kostenlose Einblicke in die Werke und stärkten den Austausch zwischen Kunst, Stadtgesellschaft und Gästen.
Für Maria Gleichmann-Pieroth von der Gerda und Kuno Pieroth Stiftung wurde die Ausstellung damit zu dem, was sich die Stiftung seit Beginn der Triennale erhofft hatte: Kunst draußen, offen und für alle.
Ermöglicht wurde die Triennale durch die Unterstützung der Stadt Bingen, von Sponsorinnen und Sponsoren, Stiftungen sowie zahlreichen privaten Spenderinnen und Spendern.
Mit dem Ende der Triennale richtet sich der Blick bereits auf 2029 – ein Jahr, das für Bingen und das Obere Mittelrheintal eine besondere Bedeutung haben wird. Dann trifft die nächste Ausgabe der Skulpturen-Triennale auf die Bundesgartenschau im Oberen Mittelrheintal. Wie groß das Interesse an gemeinsamen Perspektiven ist, zeigte bereits der erfolgreiche BUGA Dialog 12 im Museum am Strom. Vertreterinnen und Vertreter aus Kultur, Stadtgesellschaft, Tourismus und Planung kamen dort in offener Atmosphäre zusammen, um über Chancen, Verbindungen und mögliche Impulse für Bingen, die BUGA 2029 und die Triennale zu sprechen.
Auch Kuno Pieroth, Stifter und Ehrenvorsitzender, sieht darin eine große Chance: Die Triennale 2029 und die BUGA 2029 können Bingen und den Rhein als Orte für Kunst, Kultur und Begegnung weiter stärken.
Der Vorstand der Gerda und Kuno Pieroth Stiftung dankt allen beteiligten Künstlerinnen und Künstlern, dem Triennale-Team, den Kunstvermittlerinnen und Kunstvermittlern sowie allen Partnerinnen, Partnern, Förderinnen und Förderern für ihr Engagement. Gemeinsam haben sie dazu beigetragen, Bingen über fünf Monate hinweg zu einem offenen Ort für Kunst, Begegnung und Zusammenhalt zu machen – und zugleich den Blick auf ein spannendes Kulturjahr 2029 zu richten.